Freitag, 11. Mai 2018

10. Käferplage in Obernburg: Sonne satt, glänzende Karossen und eine Riesen-Torte

Fahrzeugkorso mit Käferkönigin.
Nach dem Wintereinbruch beim Frühlingsmarkt stand die 10. Käferplage in Obernburg am 6. Mai unter einem guten Stern. Die Sonne lachte vom Himmel. Es war kein Wölkchen zu sehen, rund 250 Fahrzeuge aus den unterschiedlichsten Baujahren waren zu bestaunen. Willi Frenzl und seine Frau Gudrun hatten diesmal wie in den ersten Jahren auch die Organisation mit übernommen und viele Oldtimerbesitzer angesprochen nach Obernburg zu kommen. Als Schirmherr war Alexander Hoffmann, Bundestagsabgeordneter aus Retzbach, gewonnen worden. Den  kirchlichen Segen für die Fahrzeuge spendeten Pastoralassistent Martin Kämpf von der katholischen Pfarreiengemeinschaft Lumen Christi und Prädikant Armin Bonhoff von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. 
Nach einem Jahr Amtszeit musste Käferkönigin Julia Heinz ihre Krone an ihre Nachfolgerin Anna Lena Willmann ageben. Der 19-jährigen Studentin aus der Römerstadt prophezeite sie eine spannende Zeit und viel Spaß. Die Zeremonie wurde von Harald Müller moderiert. Zu Wort kamen neben Bürgermeister Dietmar Fieger, Schirmherr Alexander Hoffmann auch die ehemaligen Schirmherren Thomas Feußner und Bernd Spielger sowie die bayerische Mehlkönigin Martina Knecht nebst Mirabellenkönigin Sina Marquart.

Die neue Käferkönigin Anna Lenna Willmann (Mitte) bei der Krönung.
Der Clou zum zehnjährigen Jubiläum war die Präsentation einer VW-Käfertorte maßstabgetreu dem Klassiker aus Wolfsburg nachempfunden. Bäckermeister Nick Braunwarth hatte die Teile mit Unterstützung seines Teams und von Fachfrauen der Patisserie Walter aus Kleinheubach sowie der Konditorei Hench aus Miltenberg gebacken. Bereits um sechs Uhr in der Frühe waren die Tortenkünstler aktiv, um die Teile zusammenzusetzen und dem Torten-VW den letzten Schliff zu geben. Der Erlös aus dem Verkauf der Tortenstücke ging als Spende an den ökumenischen Hospizverein.
Eine Bilderserie vom diesjährigen Event gibt es auf der Internetseite des Main-Echo.

Mittwoch, 25. April 2018

Keine Kompromissbereitschaft bei den Wassergebühren

Teure Wassergebühren in Obernburg sind Anlass zum Widerspruch. Bürgermeister und Verwaltung bleiben hart. 

Der Verlauf der Bürgerversammlung am 16. April veranlasste  Ferdinand Kern zur Erwiderung in einem Leserbrief. Zusammen mit Karl Heinz Messer und Heinrich Weitz hatte er einen Widerspruch gegen die Wasserpreiserhöhung eingereicht und weitere Obernburger und Eisenbacher Bürger dazu aufgefordert, es nachzutun. Die Resonanz war groß. Zum Post »Wassergebühren in Obernburg ein feuriges Thema«,

Hier nun der Original-Wortlaut des Leserbriefes, der in der Main-Echo-Veröffentlichung gekürzt erschien.

Leserbrief zum Artikel


»Obernburger diskutieren bis tief in die Nacht« im Main-Echo vom 18.04.2018


Obwohl bis tief in die Nacht diskutiert wurde, ist bei den Gebühren für Wasser/Abwasser keine Kompromisslinie zu erkennen. Positiv hervorzuheben ist der fachlich fundierte Vortrag von Wasserwart Timo Bernard zum Gebührenthema. Hier hätte ich auch klare Ansagen der Kämmerin, bzw. des Bürgermeisters zum finanziellen Gesichtspunkt erwartet. Man verschanzte sich jedoch hinter Herrn Moritz von der Firma Kommunalplan. Dieser stellte die rechtlichen Regeln dar, was für viele Anwesende kaum nachvollziehbar war. Als ehemaliger Stadtrat waren mir diese Kernthemen geläufig, passen jedoch nicht in eine Bürgerversammlung, sondern gehören in eine Stadtratssitzung.

Als ehemaliger Stadtrat hatte ich in den letzten 30 Jahren jede Gebührenerhöhung mitgetragen, da ich von der Höhe und den Regeln der Kalkulation überzeugt war. Die Erhöhung des Wasserpreises im Jahre 2018 um 80 Prozent empfinde ich persönlich als eine Art „Raubrittertum“, was ich nicht bereit bin hinzunehmen. Es geht hier nicht nur um mich persönlich, sondern um die soziale Verantwortung für die Mitbürger/-innen.

Die Inhalte der mir vorliegenden Protokolle von öffentlichen Sitzungen im Verwaltungs-, Personal- und Finanzausschuss sowie im Stadtrat zeigen, das Thema wurde anhand globaler Zahlen und nicht - wie in der Bürgerversammlung behauptet - im Detail abgehandelt. Dies wurde mir auch von Stadtratsmitgliedern bestätigt. Als Kompromissvorschlag haben meine beiden Mitstreiter, die Herren Messer und Weitz gefordert, den Wasserpreis um einen Euro je Kubikmeter zu senken. Durch die der Kommune in über 20 Jahren zugeflossene Mehreinnahme durch die Konzessionsabgabe sollte einmalig der Mindererlös von ca. 400 000 Euro pro Jahr ausgeglichen werden. Auch die vom Stadtrat beschlossene Nachkalkulation sollte durchgeführt werden. Eine Minimierung der Gebühren wird unserer Meinung nach den kommunalen Frieden fördern und das Vertrauen in die Verwaltung und den Stadtrat fördern. Nicht zum Eigennutz, sondern zum Wohl der Allgemeinheit haben wir uns entschieden, uns für eine Lösung einzusetzen.
Ferdinand Kern


Donnerstag, 22. Februar 2018

Wasser und die Gebühren - ein feuriges Thema in Obernburg - Update 29.03.2018

Hohe Wassergebühren erzeugen flammenden Protest in Obernburg. Bildquelle: pixabay.com

Drei ältere Herren zeigen Einsatz

Ein »Wassermann«, was die Kompetenz in der kommunalen Wasserversorgung Obernburgs angeht, ist Ferdinand Kern, der 28 Jahre im Stadtrat saß und die wichtigsten Details für einen Widerspruch erarbeitet hat. Ihm haben sich Karl Heinz Messer, ein Marketingfachmann im Ruhestand und meine zuweilen bessere Hälfte Heinrich Weitz, Buchhändler a. D. angeschlossen, um eine Widerspruchsaktion in Gang zu setzen. Die Rentnergang hat schon eine Menge Resonanz erfahren. Die Frist für Eigentümer von Häusern, Wohnungen und Grundstücken lief am 25. Februar 2018 ab. Vor einigen Tagen ist bei vielen Widersprüchlern ein Schreiben von der Stadtverwaltung eingegangen, das zu großer Verunsicherung führte. Deshalb war für Freitag, 23. Februar, 19 Uhr im Hotel Karpfen eine Informationsveranstaltung anberaumt, in der auch ein Brief der drei Initiatoren an den Bürgermeister verlesen wurde, in dem sie um Aufklärung baten. Die Antwort erfolgte einen Tag nach Ablauf der gesetzten Frist, den Widerspruch zurückzunehmen. Wörtliches Fazit des Rathauschefs: »...Seitens der Stadtverwaltung gibt es keinen Bedarf für weitere Erklärungen oder Hinweise...«.
Die aufmüpfige Rentnergang gegen den Wasserpreis: von links Karl Heinz Messer, Ferdinand Kern und Heinrich Weitz.


Was bisher geschah:

Die Erhöhung der Wassergebühren in unserem schönen Städtchen schlägt Wellen. Es brodelt in der Bevölkerung, denn 80 Prozent Erhöhung sind kein Pappenstiel. Für Privathaushalte mit einem guten Einkommen mag es ja noch verkraftbar sein. Rund 20 Euro mehr im Monat für eines der wichtigsten Lebensmittel zu zahlen, ist eigentlich nicht viel. Wasser ist ein hohes Gut. Aber es gibt auch viele Menschen, für die 20 Euro mehr im Monat ein Haufen Geld sind, den sie sich vom Mund absparen müssen. Zudem muss man auch an die Erwerbszweige denken, die hohe Wasserverbräuche haben und wenig oder nichts einsparen können. Das ist eine Wettbewerbsverzerrung gegenüber den Betrieben, die in Orten mit niedrigem Wasserpreis angesiedelt sind.

Die hohe Zahl der Wasserrohrbrüche (rund 170 im vergangenen Jahr) ist ein Faktor, der zu der eklatanten Erhöhung der Gebühren beiträgt, weil die Wasserverluste entsprechend hoch sind und die Kosten für die Reparaturen teuer. Über Jahre ist bekannt, dass enormer Sanierungsbedarf im Rohrnetz besteht. Dazu kommen kalkulatorische Kosten, die vom Verbraucher nicht nachvollzogen werden können. Sicher, die meisten Sünden liegen in der Vergangenheit. Aber es ist wichtig, im Sinne der Bürger noch einmal detailliert nachzuhaken und die Erhöhung nicht widerspruchslos hinzunehmen. Bürgerprotest ist eine Form der Demokratie. Es ist ja im aktuellen Fall der Wassergebührenerhöhung  kein Eindreschen auf die Verwaltung oder die ehrenamtlich engagierten Stadtratsmitglieder, sondern ein konstruktives Vorgehen, wenn es mit Lösungsansätzen einhergeht.

Wasser - ein wertvolles Gut. Aber können sich die Obernburger das bald noch leisten? Bildquelle: pixabay.com





Samstag, 10. Februar 2018

15 erste Preise und zwei zweite Preise für Schüler der Musikschule Obernburg bei »Jugend musiziert«


Erfolgreiche Musikschüler aus Obernburg beim Regionalwettbewerb Jugend musiziert freuen sich gemeinsam mit Dietmar Fieger, Musikschulleiter Reiner Hanten (hinten von links) sowie Maria Franzke und Frank Wittstock (von rechts) über die Preise.

Es ist keine Frage: Musizieren ist nicht nur gut für die Seele, sondern eine Bereicherung für alle Menschen, die ein Instrument beherrschen. Das kulturelle Angebot mit Konzerten gehört zu den weichen Standortfaktoren einer Kommune. Seit 30 Jahren werden in der Musikschule Obernburg Kinder und Jugendliche an verschiedenen Instrumenten ausgebildet. Viele Talente wurden und werden gefördert. Bei den Wettbewerben zu »Jugend musiziert« gibt es alljährlich eine ganze Reihe von Preisträgern. Auch im Jahr 2018 kamen vom Regionalwettbewerb in Würzburg 17 Preisträger nach Obernburg zurück. Hier hat die Musikschule Obernburg ihren Ruf als Talentschmiede weiter gefestigt. 15 erste Preise und zwei zweite sind das Ergebnis, davon eine ganze Reihe von Weiterleitungen zum Landeswettbewerb.

Wie Musikschulleiter Reiner Hanten beim Fototermin Anfang Februar 2018 erläuterte, ist bei den jüngsten Künstlern und Künstlerinnen in der Altersstufe EinsB noch keine Weiterleitung zum Landeswettbewerb möglich. Er sagte: »Sonst hätten wir sogar elf Teilnehmer beim Landeswettbewerb«.

Zu den Gratulanten zählte auch Bürgermeister Dietmar Fieger, zugleich auch Vorsitzender des Musikschul-Vereins, Träger der Musikschule Obernburg. »Für die erfolgreichen Teilnehmer des Regionalwettbewerbs Jugend musiziert ist das eine tolle Anerkennung und ein Ansporn weiterzumachen«, so stellvertretender Schulleiter Frank Wittstock, aus dessen Gitarrenklassen viele Preisträger stammen.

Die erfolgreichen Schüler und Schülerinnen der Musikschule Obernburg beim Regionalwettbewerb »Jugend musiziert«


Angelina Fath (Gitarre, Altersstufe Drei), Klasse Frank Wittstock , zweiter Preis; Anna Bruhm (Duo Klavier/Violine, Altersstufe Fünf) Klasse Annette Bächler, Klavierbegleitung Maria Franzke, erster Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb; Charlotte Brescher (Gitarre, Altersstufe Zwei), Klasse Frank Wittstock , erster Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb; Evelyn Heldt (Klavier-Duo, Altersstufe EinsB) Klasse Maria Franzke, erster Preis; Finn Wieland (Gitarre, Altersstufe Zwei), Klasse Frank Wittstock , erster Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb; Isabella Appel (Duo Klavier/Cello, Altersklasse EinsB) Klasse Matthias Bergmann, Klavierbegleitung Maria Franzke, erster Preis; Isabella Xiao (Duo Klavier/Violine Altersklasse V), Klasse Annette Bächler, Klavierbegleitung Maria Franzke, erster Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb; Jona Brand (Gitarre, Altersstufe Zwei), Klasse Frank Wittstock, erster Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb; Laura Brettschneider (Musical-Lied , Altersstufe Vier), Klasse Bernhard Oberländer, erster Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb; Marlene Leimeister (Klarinette, Altersstufe Fünf) Klasse Thomas Schmitz, zweiter Preis; Max Pöttcher (Gitarre Altersstufe Drei), Klasse Frank Wittstock, erster Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb; Therese Schmid (Duo Klavier/Violine, Altersstufe Drei), Klasse Annette Bächler, Klavier Maria Franzke, erster Preis; Vera Schuhmann (Klarinette, Altersstufe Drei) Klasse Thomas Schmitz, erster Preis; Veronika Appel (Duo Klavier/Cello, Altersstufe EinsB) Klasse Matthias Bergmann, Klavierbegleitung Maria Franzke, erster Preis; Viktoria Müller (Klavier-Duo, Altersstufe EinsB), Klasse Maria Franzke, erster Preis; Vincent Müller (Gitarre, Altersstufe EinsB), Klasse Frank Wittstock , erster Preis; Vincent Rauscher (Duo Klavier/Violine, Altersstufe Drei) Klassen Maria Franzke und Annette Bächler (Violine Therese Schmid), erster Preis sowie Laura Brettschneider und Till Manzey, Musikschule Frankfurt (Duo Kunstlied, Altersstufe Vier), Klasse Bernhard Oberländer, erster Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb.

Die Altersstufe EinsB wird noch nicht zum Landeswettbewerb zugelassen.

Weitere Infos auf der Internetseite der Musikschule Obernburg unter www.musikschule-obernburg.info


Montag, 27. November 2017

Eine Stadtführung, die Spaß macht

Rundgang zum Almosenturm, dem Wahrzeichen der Stadt Obernburg.

Am 23. November besuchte die Seniorengruppe des MIZ Zentrums in Aschaffenburg im Rahmen einer Überraschungsfahrt unser schönes Römerstädtchen. Organisiert hatte sie Hiltrud Hornung. Rund 40 Personen nahmen daran teil und zeigten sich begeistert. Mehr dazu gibt es hier.

Samstag, 14. Oktober 2017

Viele Obernburger wünschen sich das alte OBB-Kennzeichen wieder zurück

Das OBB-Kennzeichen als Erinnerungsstück. Viele Obernburger wünschen es sich wieder. Der Gesetzgeber hat 2012 grünes Licht für die Kennzeichenliberalisierung gegeben.
Update 16. Oktober 2017: Das Kennzeichen OBB kommt wieder. Der Kreistag hat sich heute mehrheitlich dafür ausgesprochen. Zunächst muss die Bundesbehörde auf den Antrag des Landkreises grünes Licht geben. Eine Formalie. Landrat Scherf meint, dass es in diesem Herbst noch realisiert werden kann, das OBB-Kennzeichen bei den Zulassungsstellen in Obernburg und Miltenberg zu holen.

Nahezu die Hälfte aller Landkreise in Deutschland haben ohne Getöse und Tam-Tam Altkennzeichen zugelassen, weil es der Wunsch der Bevölkerung war. Eine repräsentative Studie der Hochschule Heilbronn belegt dies. Hier im Landkreis Miltenberg wird das Thema sehr emotional diskutiert. Teilweise unterhalb der Gürtellinie und ohne entsprechendes Hintergrundwissen. Sind die 50 Prozent der deutschen Landkreisverwaltungen kleinkariert, schwachsinnig, produzieren Unsinn oder sind die Gremienmitglieder, die es entschieden haben,  nicht die hellsten Kerzen auf der Torte? Man könnte es meinen, wenn man die Argumente der Gegner liest und hört.

Der Stadtrat in Obernburg hat sich mit großer Mehrheit für die Einführung ausgesprochen. Ganz viele Bürger wünschen es sich. Bestimmt nicht als Instrument, um die Gebietsreform nach fast 50 Jahren wieder rückgängig zu machen oder den Landkreis Miltenberg in seiner jetzigen Struktur in Frage zu stellen. Es hat sich viel getan seit 2013, als sich der Kreistag Miltenberg mehrheitlich gegen die Einführung des Altkennzeichens OBB ausgesprochen hat. Ich habe meine Meinung  zur bevorstehenden Entscheidung bereits in Facebook gepostet und wiederhole es an dieser Stelle noch einmal:
Ich denke, der Bürgerwille sollte nicht unter den Tisch gekehrt werden. Das schafft Politikverdrossenheit. Gerade in dieser Sache werden weder Mehrkosten oder Mehraufwand erzeugt. Es ist auch kein Zwang, sich das OBB-Kennzeichen ans Auto zu heften. Wer möchte, kann, wer nicht will, kann es lassen.
Ich werde das MIL-Kennzeichen nicht austauschen, aber wer das OBB-Kennzeichen haben will, der soll es auch bekommen. Ich halte das weder für Schwachsinn, noch für Unsinn, noch für kleinkariert. Das gemeinsame Handeln und Eintreten für den ganzen Landkreis und das gesellschaftliche Miteinander wird durch die Einführung des Alt-Kennzeichens OBB nicht negativ beeinflusst. Ich denke, gerade das Gegenteil tritt ein. Ich werde jedenfalls für OBB stimmen und hoffe, dass die Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen es gleich tut.
 Und noch ein Beitrag als Zusammenfassung der Heilbronner Studie:
Heilbronn, September 2017. Über 300 deutsche Städte haben, nachdem die Reform der Fahrzeugzulassungsverordnung seit 1. November 2012 gültig ist, ihre Kennzeichen wieder zurück. Damit setzen fast alle Bundesländer die neue Verordnung um. Es ist damit zu rechnen, dass im Laufe der nächsten Jahre noch weitere der noch nicht wiedereingeführten knapp100 Kennzeichen zurückkehren. Diese Entwicklung ist auf das Forschungsprojekt „Heilbronner Initiative Kennzeichenliberalisierung“, das sich den Möglichkeiten widmete, auslaufende Kfz-Kennzeichen wieder einzuführen oder durch Gebietsreformen gefährdete Kennzeichen zu erhalten, zurückzuführen.Um heraus zu finden, wie die jeweilige lokale Bevölkerung zu dieser Idee steht, wurden dazu in den Jahren 2010 bis 2012 mehr als 50.000 Personen in über 200 deutschen Städten im Rahmen des Projekts, das unter der Leitung von Prof. Dr. Ralf Bochert, von der Hochschule Heilbronn, steht, befragt. Die Ergebnisse: Die große Mehrheit von gut 72 Prozent der Befragten in den Städten äußerte den Wunsch zur Rückkehr zu ihrem Altkennzeichen, 13 Prozent sprachen sich für die Beibehaltung der aktuellen Situation aus. Auffällig stark war der Wunsch zur „Reform der Reform“ in den neuen Bundesländern vorhanden. Je kürzer der Kennzeichenverlust zurückliegt, desto mehr Befürworter gibt es. „Diese Ergebnistendenz in den neuen Bundesländern war zu erwarten. Überraschend ist jedoch, dass zwei Drittel der Befragten in den alten Bundesländern, wo die Gebietsreformen zum Großteil bereits in den 1970er Jahren durchgeführt wurden, ebenfalls zu ihrem Altkennzeichen zurück wollen. Dies zeigt, welche Langfristigkeit und Nachhaltigkeit das Thema hat“, so Prof. Dr. Ralf Bochert. Vor allem die deutliche Zustimmung der jüngsten Altersgruppe von 16 bis 30 Jahren fällt auf: Offensichtlich besteht ein eindeutiger Wunsch bei jungen Menschen nach Verortung in Ihrer Stadt. Die Projektstudie ist jetzt als Buch zu erhalten.
Der vollständige Artikel ist unter https://www.hs-heilbronn.de/kennzeichenliberalisierung 
nachzulesen.

Sicher, es gibt Wichtigeres als die Einführung von Altkennzeichen zu entscheiden. Aber ich warne die Kolleginnen und Kollegen im Kreistag davor, den Wunsch der Menschen in Obernburg und Umgebung abzulehnen. Denn gerade durch eine negative Entscheidung kann das bisher Erreichte im Landkreis, können das gesellschaftliche Miteinander und die Zukunftsprojekte erheblich gestört werden. Die Leute, die sich das OBB-Schild wünschen, werden eine Ablehnung nicht so einfach hinnehmen.

Freitag, 7. Juli 2017

UST-Singers aus Manila erobern die Herzen in der Pfarrkirche in Obernburg

Schon die farbenprächtigen Gewänder waren neben der künstlerischen Qualität und der mitreißenden Performance ein Glanzpunkt des Konzertes, mit dem die UST-Sänger aus Manila das Publikum in der prallvollen Obernburger Kirche begeisterten.

Am Donnerstag, 6. Juli fand das Konzert des philippinischen Chores der University of Santo Tomas (UST-Singers) in der Obernburger Pfarrkirche St. Peter und Paul statt und zog mehr als 600 Besucher in Bann. Auf den Termin hatte ich schon in meinem vorherigen Blogpost mit dem Titel »Musik verbindet über Grenzen... « hingewiesen. Hier sind auch viele Hintergrundinformationen nachzulesen, die ich an dieser Stelle nicht noch einmal wiederholen möchte.

Die Qualität des Gesangs, die ideenreiche Performance, die perfekt zu den Vorträgen passte und die Leichtigkeit, die von den Chormitgliedern vermittelt wurde - immer mit einem charmanten Lächeln begleitet - waren nicht nur eine kulturelles, sondern auch emotionales Erlebnis. »Ich bekomme richtig Gänsehaut«, sagte eine Besucherin, die neben mir saß.

In der 20-minütigen Pause wurden die Gäste vom Förderverein Pia fidelis bewirtet, dessen Mitglieder alle Hände voll zu tun hatten. Der Sängerbund 1873 aus Eisenbach trat als Veranstalter auf. Lucas Markert, der die Fäden geknüpft hatte, bedankte sich vor Beginn nicht nur beim Chor für seine Bereitschaft, in Obernburg aufzutreten, sondern auch bei allen Unterstützern und Gastfamilien. Selbst wenn die Eisenbacher Pfarrkirche, die gerade renoviert wird, zur Verfügung gestanden hätte, hätte sie bei Weitem nicht ausgereicht, um allen Besuchern Platz zu bieten. So rückten Obernburger und Eisenbacher solidarisch zusammen, um dieses kulturelle Highlight möglich zu machen.

Die Rezension zu dem Konzert ist im Main-Echo nachzulesen. Den Link dazu gibt es am Ende dieses Posts. Aber zunächst einmal ein paar Bildimpressionen, die einen kleine Eindruck vermitteln.












Hier nun die Rezension im Main-Echo. Es ist immer schwierig, alles in 100 Zeitungszeilen zu fassen, zumal der Zeitdruck kaum Raum für eine umfassende Überarbeitung lässt und das Herz überläuft. Ich hoffe, ich habe den Kern getroffen. Schade, dass der Original-Text redigiert wurde 😢. Aber so ist nun mal das Los der freien Journalisten...